Beitragsseiten

 

Die IG Menschengerechte Stadt fordert den Stadtrat auf, mit seinem Grundsatzbeschluss am 3. Februar 2020 die einmalige Chance für eine Neuplanung auf dem Bürgerspitalareal wahrzunehmen.

APPELL

Immer mehr Kommunen bemühen sich, Innenstädte vom Autoverkehr zu entlasten und sie damit für Bewohnerinnen und Bewohner lebenswerter zu gestalten. Sie setzen auf eine lebendige Infrastruktur mit vielfältigen Einkaufs-und Verweilmöglichkeiten. Sie schützen ihre Altstadt vor Lärm und Feinstaub, sorgen mit Grünflächen für ein angenehmes Klima. Amberg ist davon weit entfernt.

Es schadet nicht, Entscheidungen zu korrigieren. So geschehen im Maltesergarten, in der Schiffgasse, mit der Kastanie hinter der Martinskirche und in der Bahnhofstraße mit dem Forum und der Storg-Fassade. Nun entfällt auch die Tiefgarageneinfahrt an dieser Stelle. Aufgrund der miserablen Bodenverhältnisse auf dem Bürgerspitalareal kann der holländische Investor sein ursprüngliches Bauvorhaben nicht realisieren und wird wortbrüchig. Übrig bleibt nicht einmal mehr eine Quartiersgarage. Nur noch ein rund 65 Meter langes, 38 Meter breites und bis zu 16 Meter hohes Betongebilde – ohne Magnetwirkung, aber mit der Aussicht auf einen Spitalgraben mit Schlucht-Charakter.

Moderne Stadtplanung macht sich die Einzigartigkeit des Ortes zunutze, den Genius Loci. Ein wünschenswerter Bezug auf vorhandene, noch erkennbare historische Strukturen – die archäologischen Funde aus der Keltenzeit – fehlt in Amberg. In einem unfassbar barbarischen Akt wird Stiftungsgrund geopfert, der 700 Jahre lang seiner Bestimmung gemäß genutzt wurde.

Noch hat es der Stadtrat in der Hand, diese städtebauliche Fehlentwicklung abzuwenden und einen Ort zu schaffen, der sowohl ästhetischen und historischen Verpflichtungen, als auch modernen Aspekten der Stadtentwicklung gerecht wird – einen Begegnungsraum mit hoher Aufenthaltsqualität.

Es ist Zeit für einen Umdenkungsprozess. Es ist die Gelegenheit, einer kleinteiligen Bebauung, einem Kultur- oder Geschichtspark anstelle eines mit der Martinskirche konkurrierenden Monsterbaus den Vorrang zu geben. Der anstehende Grundsatzbeschluss sollte in die Zukunft und auf eine menschen-und altstadtgerechte Nutzung des ehemaligen Stiftungsgeländes weisen.

Die IG Menschengerechte Stadt fordert deshalb den Stadtrat zu einer konsequenten Entscheidung gegen die Ten Brinke-Planungen auf dem Bürgerspitalgelände auf. Die Alternative der Stadtverwaltung liegt auf dem Tisch.