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Auf sich selbst fixiert

Ich will das aber! Egal, wie es aussieht, egal, was es kostet. Ein derart stures Verhalten, übertragen auf die Stadtratssitzung heißt: Gedanken an Alternativen sind keine Option. Und so machen 29 Trotzreaktionen Ten Brinke und Amberg zu einer vermeintlichen Erfolgsgeschichte und gleichzeitig das Bürgerspitalgelände zur Verhandlungsmasse.

Der Boden ist zu schlecht für eine zweistöckige Tiefgarage. Kein Problem. Der Vertrag wird angepasst. Es gibt statt 170 Parkplätzen nur 101. Kein Problem. Der Vertrag wird angepasst. „Netto verzichtet“ auf Parkplätze. Kann der „Lebensmittler“ das überhaupt? Kein Problem. Da findet sich schon eine Ablöseregelung. Die Ein- und Ausfahrt muss neu geregelt werden. Kein Problem. Der Bebauungsplan wird geändert. Immerhin hat die Stadt den roten Teppich, den sie mit der Tiefgarageneinfahrt in der Fußgängerzone auslegen wollte, inzwischen eingerollt.

Was aber, wenn der Discountladen im Erdgeschoss des großzügig geplanten Renditeobjekts in drei oder fünf Jahren nicht mehr läuft, weil es in und um die Amberger Altstadt herum jetzt schon genug Nettos, Edekas, Pennys und Normas gibt? Dann lacht sich der Investor ins Fäustchen. Ihm ist das egal. Den dickköpfigen Stadträten auch?

Statt Größe zu zeigen, setzen sie sich der Peinlichkeit aus, von der Regierung der Oberpfalz wegen eventueller Wettbewerbs- und Vergaberechtsverstößen gestoppt zu werden. Ihnen fehlt das Gespür dafür, was um sie herum vorgeht und sie verdrängen die Tatsache, dass das eigentliche Projekt schon tot ist.

Gabriela Schill