Beitragsseiten

Foto: Petra Keller, Erzherzog Karl Str 6. 92224 Amberg

Landauf , landab wird das Sterben der Wirtshauskultur beklagt

Und nun das:

Die prämierten  Entwürfe für den geplanten Umbau des Stadttheaters rufen blankes Entsetzen hervor. Sowohl Casino-Wirtshaus wie auch der Casino-Saal werden bei der Umsetzung dieser Pläne nicht mehr existieren

Ein Tradtionswirtshaus –seit den 20 er Jahren ., das es bis in den Gourmetführer geschafft hat, ein Wirtshaus im besten Sinne, in dem sich Gäste aus allen Bevölkerungschichten wohl fühlen, muss erhalten bleiben.  Ebenso der gemütliche Biergarten mit seinen alten  schönen Kastanienbäumen.

Dasselbe gilt für den Casinosaal, der sehr gut betrieben wird und welcher der letzte Veranstaltungsort für die Jugend in unserer Altstadt ist.

Wir brauchen für unser Engagement gegen die Pläne der Stadt deshalb Eure Unterstützung.  Werbt bitte für neue Mitglieder in der IG menschengerechte Stadt .Je mehr wir sind desto größer ist unser Einfluß

Den Mitgliedsantrag könnt ihr hier  online herunterladen und ausfüllen.

http://mgs-amberg.de/index.php/ueber-uns/mitgliedschaft.html

Entweder im Casino- Wirtshaus abgeben oder per Post an 

Achim Hüttner,  Raigeringerstr 29 A 92224 Amberg senden.


 

Unser Mitglied Wolfgang Schimmel hat folgende Anmerkungen zum Thema Casino Wirtshaus- Stadttheater und Biergarten.

Das „Trio“ des Oberbürgermeisters

„Echt erschreckend“ sei mancher Eintrag in den Kommentaren bei Facebook, meint OB Michael Cerny. Da hat er Recht, aber nicht, wenn er sich über die angebliche Behauptung empört, mit dem Ergebnis des Architektenwettbewerbs sei das „Aus für das traditionsreiche Casino-Wirtshaus besiegelt“. Ja, es gibt Leute, die sich um das Casino Sorgen machen – und das leider mit guten Gründen.

Es geht immerhin um das vor fast 200 Jahren von Amberger Bürgern initiierte „Civil-Casino“, das übernächstes Jahr an Ort und Stelle den 100sten Geburtstag feiern könnte. Ein vielfach gelobtes Wirtshaus zudem: „So soll es aussehen, das historische bayerische Wirtshaus: stilvoll und gemütlich.“ (Wolfgang Schneider, Wirtshaustipp des Bayerischen Rundfunks) „Idealbild eines Wirtshauses der Oberpfalz.“ (Slow Food Genussführer Deutschland 2015) „Urtyp des Wirtshauses.“ (Süddeutsche Zeitung)

Dem Stadtrat in Amberg ist das anscheinend egal. Es stimmt zwar, dass das – wie es der OB nennt –„Trio aus Theater, Wirtshaus und Club“ in der vom Stadtrat beschlossenen Auslobung zum Wettbewerb vorgegeben ist. Zum Casino heißt es dort aber: „Es ist mit seinen Funktionen und in seiner Größe grundsätzlich zu erhalten. Verlagerungen innerhalb des Ensembles oder in einem Erweiterungsbau sind entwurfsabhängig möglich.“ Im Klartext: Das bestehende Wirtshaus kann weg, sofern irgendwo im Gebäude wenigstens irgendein Gastronomiebetrieb ähnlicher Größe untergebracht wird.

Schon das ist besorgniserregend. Die Jury – auch OB Cerny und mehrere Stadtratsmitglieder waren Juroren – hat nun die fünf mit insgesamt 96.000 € dotierten Preisträger ausgewählt. Nur ein Vorschlag, der die Traditionsgaststätte erhalten will, hat es auf Platz 4 geschafft. Die ersten drei und den fünften Preis gibt es für Pläne zum Abriss des Wirtshauses. In Geldbeträgen: 85.000 € aus dem Stadtsäckel für Vorschläge, das Wirtshaus zu zerstören, und 11.000 € für einen, es zu erhalten. Das ist ein klares Votum gegen den „Urtyp eines Wirtshauses“.

Zum jetzt bestehenden Wirtshaus sagt also der Stadtrat „kann weg“ und die Jury „sollte weg“. Da muss es erlaubt sein, öffentlich zu diskutieren, wohin der Hase denn laufen wird, wenn es nach diesen deutlichen Vorgaben geht. Ob es so kommt, wird sich spätestens zeigen, wenn auf dem Tisch liegt, was der Spaß – z.B. die riesige, aber als Fluchtweg eher heikle Wendeltreppe – kosten könnte. Das ist natürlich noch offen.

Der OB redet übrigens von einem „Trio“. Hat er schon vergessen, dass am Schrannenplatz derzeit ein Quartett spielt? Es gibt ja auch noch den Casino-Biergarten. Vorgabe für den Wettbewerb war: „Freisitz oder Biergarten sind wünschenswert.“ Nur wünschenswert! Der Biergarten kann eventuell auch weg. Die Kastanien dort hat der Stadtrat in seiner Wettbewerbsauslobung schon einmal „zur Disposition“ gestellt.

Schließlich: Wenn OB Cerny gegenüber der Amberger Zeitung „einiges klarstellen“ wollte, dann hätte er ja auch sagen können, welches Wirtshaus er für sein Trio vorgesehen hat – das bestehende oder vielleicht doch ein anderes im Hinterhof oder im ersten Stock ohne Biergarten.

Wolfgang Schimmel.