Veranstaltungsreihe

denk!mal amberg

kulturerbe – denkmalpflege – stadtentwicklung

Amberger AltstadtAmberg besitzt mit seiner Altstadt ein historisches Denkmalensemble, das in seiner baulichen Geschlossenheit europäischen Rang besitzt. Dieses überkommene Bauerbe ist Verpflichtung und Verheißung zugleich: Es gilt, es zu erhalten als auch stets neu zu entwickeln, in alten Mauern neues Leben zu ermöglichen. Hier die Balance zu finden, ist eine kontinuierliche Herausforderung. Es bedarf beides: Bewahren und Gestalten. Weder die Musealisierung noch der kommerzielle Ausverkauf der Altstadt sind eine Lösung. Ein engagierter Schutz ihres historischen Erbes macht die Stadt insgesamt attraktiv; eine vitale Stadt wiederum ermöglicht erst Erhalt und Nutzung des historischen Zentrums. Kurz: Denkmalpflege und Stadtentwicklung sind keine Gegensätze, sondern bedingen einander. Sie sind unerlässliche Voraussetzung für ein lebendiges Kulturerbe, das nicht zur Kulisse erstarrt. Das konkrete Wie eines gewinnenden Ausgleichs beider Perspektiven wird stets erneut ausbuchstabiert werden müssen.


Die Veranstaltungsreihe wirft Schlaglichter auf aktuelle Themen in diesem Spannungsfeld von Kulturerbe, Denkmalpflege und Stadtentwicklung und ihre Bedeutung für Amberg. Dem dienen unterschiedliche Veranstaltungstypen wie Fachvorträge, Diskussionen, Ortstermine und Exkursionen. Die Reihe wird organisiert in Zusammenarbeit mit dem Denkmalnetz Bayern.


Termine

Mittwoch, 29. September 2021, 19 Uhr

Ringtheater Amberg (Spitalgraben 2a)
Vortrag
Dr. Mathias Hensch
Amberg als archäologisches Denkmal
Faszination, Aufgabe und Verantwortung für 3000 Jahre Siedlungsgeschichte

Mathias Hensch am Keltengrab auf dem Amberger BürgerspitalgeländeDer Vortrag beschäftigt sich mit dem Status der Amberger Altstadt als eingetragenem Bodendenkmal und den hieraus erwachsenen Pflichten und Aufgaben für Stadt, Bürger und Bauherren sowie insbesondere auch mit den wesentlichen Erkenntnissen der Archäologie zur Entwicklung Ambergs aus den letzten Jahren. Er schlägt zudem die Brücke zum erhaltenen historischen Baubestand der Altstadt, der nicht allein für Amberg, sondern über Bayern hinaus denkmalpflegerisch von großer Relevanz ist.

Der Referent

Dr. Mathias Hensch ist Referent für Mittelalter- und Neuzeitarchäologie beim Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg. Er studierte Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit, Vor- und Frühgeschichte sowie Mittelalterliche Geschichte an den Universitäten Bamberg und Aarhus. Von 1992 bis 2001 leitete er die archäologischen Grabungen am Schloss Sulzbach, wozu er 2003 promovierte. Es folgten zahlreiche Grabungen und Publikationen zu seinen Forschungsschwerpunkten in der Siedlungs-, Kirchen-, Herrschafts- und Montangeschichte der Oberpfalz, darunter von 2017 bis 2019 die Grabungen auf dem Bürgerspitalareal in Amberg.


Vergangene Termine

Mittwoch, 28. Juli 2021

Podiumsdiskussion
Altstadt bewahren & gestalten
Denkmalpflege und Stadtentwicklung auf der Höhe der Zeit

Amberger MarktplatzWelchen Wert haben Baudenkmäler und ihre Erhaltung für eine Stadtgesellschaft und Stadtkultur? Was ist ein Denkmalensemble? Wie kann zeitgemäße Denkmalpflege gelingen? Wie ist sie finanziell überhaupt noch leistbar? Wie kann modernes Wohnen, Leben und Wirtschaften in der Altstadt aussehen? Verträgt sich Denkmalschutz mit Klimaschutz? Mit wirtschaftlichen Interessen? Was zeichnet eine qualitätsvolle und denkmalgerechte Baukultur aus? Welche Nutzung und Gestaltung ist für Straßen, Gassen und Plätze denkbar und sinnvoll? Ist eine autofreie Altstadt erstrebenswertes Ziel oder Traumtänzerei? Wie lassen sich Denkmalpflege und Stadtentwicklung zusammen und nicht gegeneinander denken?

Zu diesen und ähnlichen Fragen diskutierten im Amberger Ringtheater Tobias Appl, Bezirksheimatpfleger der Oberpfalz, Birgit Angerer, Sprecherin des Denkmalnetzes Bayern, der Berchinger Architekt Michael Kühnlein und Johannes Peter Steidl, Architekt und Stadtplaner aus Neunburg vorm Wald.

Eine ausführliche Nachlese sowie eine Videoaufzeichnung finden Sie hier:

Bericht