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Am 26.2. 2021 hat die Amberger Zeitung  die Antwort uneres Mitglieds  Norbert Scharf a
uf den Leserbrief des Herrn Donderer abgedruckt.   Leider nicht vollständig, deshalb folg
t hier der Orginalwortlaut, das selbe gilt auch für den Lesebrief des Vorstands der DLA
( Die Liste Amberg)  ebenfalls hier im Wortlaut angefügt
Betreff: Stellungnahme zum Leserbrief von Herrn Donderer vom 20.02.2021
Sehr geehrte Damen und Herren der Leserbriefredaktion Amberger Zeitung
als Vorstandsmitglied der IG Menschengerechte Stadt fühle ich mich persönlich
durch den Leserbrief des Herrn Donderer vom 20.2. 2021 in der AZ angegriffen und
beleidigt.
Dort diffamiert er die Mitglieder und damit auch mich als „Traumtänzer und Bohemians“.
In unserem Verein sind Berufe aller Art vertreten, vom Akademiker*innen bis zum
Arbeiter*innen . Uns eint der Versuch, einen überdimensionierten Brutalbau in der
Amberger Altstadt zu verhindern. Unsere Triebfeder ist die Liebe zu unserer bezaubernden
Heimat- und Geburtsstadt und der Erhalt einer unter Ensembleschutz stehenden Altstadt.
Die Bürger*innen unserer Stadt wissen doch, dass unter der Regie von CSU und SPD
über Jahrzehnte das ökonomische Ausbluten der Amberger Altstadt stattgefunden hat.
Diese Parteien haben durch Ihre Entscheidungen für die Ansiedlung von Einkaufscentren,
Bekleidungsläden, Schuhdicountern und Spielzeugläden am Stadtrand zum Niedergang
des Einzelhandels in der Altstadt beigetragen.

Mitglieder dieser Parteien sollten sich endlich von ihrer 60er Jahre geprägten Vorstellung
von Ökonomie und Ökologie lösen.
Ein Bau dieser Größenordnung in der Altstadt ist ein architektonischer Supergau, auch
wenn er mit einem grünen Mäntelchen (Dach und Fassade) teilweise kaschiert werden
sollte.
Schau ich mir die Anzeige von freien Stellplätzen der Amberger Tiefgaragen und
Parkdecks auf den Anzeigetafeln der Einfahrtsstraßen an, (Montag Vormittag fast 1200),
frage ich mich schon, ob ausreichender Sachverstand bei der Planung von Parkplätzen
vorhanden ist.
Wir wollen eine altstadtgerechte Bebauung des Bürgerspitalareals, mit bezahlbaren
Wohnraum, sozialen Einrichtungen, Kulturangeboten und kleinflächigen Geschäften. Dazu
gehört Durchgängigkeit in Grünanlagen mit schattenspendenden Bäumen. Letztere
können aber nicht auf dem Dach eines Discounters wachsen.
Zwischen der Paradiesgasse und der Langen Gasse wurden vor ca. 50 Jahren
Grünanlagen mit eingeplant. Die CSU und SPD waren damals schon weiter als heute.
Die Bürger*innen wollen unsere Altstadt genießen, in ihr wohnen, flanieren und ihre
Freizeit verbringen.
Die IG Menschengerechte Stadt hat mit ihrer Beharrlichkeit mit dazu beigetragen, dass auf
dem Storg/Forum-Gelände keine Abrissbagger anrollen um die denkmalgeschützte
Fassade und den schönen Innenhof unwiederbringlich zu zerstören.
Durch das Architektenteam BauArt wird dort ganz in unserem Sinne saniert und ein
Anziehungspunkt für eine lebendige, menschenfreundliche Altstadt geschaffen.

Norbert Scharf (Vorstandsmitglied IG Menschengereche Stadt e.V.)

 

Der Vorsitzende der „DLA Die Liste Amberg e.V.“ Albert Schindlbeck sowie Vorstandsmitglied Stefan Reuther nehmen Stellung zum Leserbrief von Herrn Donderer (Ausgabe AZ vom 20.02.2021):

1. Als Bohemians, oder gar als Traumtänzer lassen wir uns von Herrn Donderer nicht bezeichnen.
Es zeugt von Ignoranz, Bürgerinnen und Bürger der Stadt Amberg, die sich für den Erhalt und den Wert der Stadt in ihrer kulturellen und auch umwelt- und denkmalschutzorientierten Ausrichtung bemühen, in die Ecke von „Bohemians“ bzw. Traumtänzer zu stellen. Herr Donderer möge dazu die Ziele der DLA auf deren Homepage lesen.


In der Wählervereinigung DLA sind Mitglieder mit Berufen aller Richtungen und entsprechender Kompetenz vertreten.

2. Es ist in keiner Weise richtig, dass wir, die DLA, ausschließlich rein ökologische und kulturelle Aspekte zur Nutzung des Bürgerspitalgeländes im Blick haben. Die Forderung nach einem Kulturpark ist eine dieser Varianten, aber nicht ausschließlich. Es kann auch über eine dem historischen Stadtbild angepasste kleinteilige Lösung zur Attraktivitätssteigerung des Bürgerspitalgeländes zusammen mit den Bürgern Ambergs diskutiert werden.

3. An zukunftsweisenden und attraktiven Alternativideen für die Entwicklung des Bürgerspitalgeländes mangelt es sicherlich nicht. Das zeigen nicht zuletzt die zahlreichen und vielfältigen Leserbriefe zum Thema. Das hat die Wählervereinigung „DIE Liste Amberg“ auch mit der überwältigenden Anzahl an positiven Rückmeldungen zu unserer Einschätzung und Haltung erfahren dürfen. Wie am 3.1.2021 in der Amberger Zeitung berichtet, gehen auch Expertenmeinungen, z.B. die der Stadtplanerin Melanie Hierl in dieselbe Richtung.

4. Für die DLA ist es zudem unverständlich, dass die Ensembleschutzverordnung bei diesem Bauprojekt auf dem Bürgerspitalgelände außer Kraft gesetzt ist. Eigentümer von denkmalgeschützten Immobilien in der Innenstadt müssen dies als Hohn empfinden, wenn sie bei privaten Renovierungen an ihren historischen Gebäuden der Denkmalschutzverordnung Folge leisten.

Wir, die DLA, sind überzeugt, dass die Amberger Bürgerschaft das Bürgerbegehren und den danach folgenden Bürgerentscheid mit hoher Stimmenzahl unterstützen wird, zum Wohle unserer schönen und lebenswerten Stadt Amberg.